EISSTADION GRAZ, LIEBENAU 2016 ■ 1.PREIS

Neubau-Massnahmen im Bereich der bisherigen Nord-Tribüne, VIP-Club

geladener, anonymer, einstufiger baukünstlerischer Realisierungswettbewerb

NFL 10.850 m2, 18,8 Mio.€, 4200 Besucher

 

Jury: „Das Projekt besticht durch seine außerordentlich klare Analyse der Differenz, von der den Denkmalschutz begründenden Ursprungssituation und den neuen, in die Zukunft gerichteten Anforderungen. Aus dieser Analyse werden Potenziale entwickelt, die das Projekt in voller Tragweite auszuloten vermag. Dies beginnt mit der Akzeptanz der Tatsache, dass die ehemals dramatisch auf den signifikanten A-Stützen freigestellte Nordfront weder rekonstruiert noch durch gestalterische Maßnahmen als teilexistent suggeriert werden kann. Stattdessen fiel die Entscheidung, die prominenten A-Stützen vollkommen zu „inhalieren“ und dem Innenraum zuzuordnen. Das Gebäude selbst wird folgerichtig als eleganter Verschluss der Halle gedacht, der seine Physiognomie aus der Geometrie des zweiachsig gekrümmten Hallendaches ableitet. Dabei wird, der Logik des Daches folgend, dessen Krümmung nicht bloß weitergeführt, sondern eine Gegenkrümmung gegründet, die dem Zubau einen höchst eleganten „Schliff“ verleiht. Zum Bestand hin entsteht eine umlaufende, klar definierte Fuge, die Tages- und/oder Kunstlicht nach innen bringen kann. Die inneren Beine der A-Stützen werden vollkommen freigestellt. In einer parallelliegenden Ebene ist eine durchgehend dahinterliegende Glasfront angeordnet. Diese ist in der Lage, ein adäquates und kräftiges Gegenüber zur Haupttribüne zu bilden. Der Härte und Modernität des Eishockeysports wird dadurch Ausdruck verliehen. […] Insgesamt ist das Projekt ein schönes Beispiel, wie die Schutzwürdigkeit eines Baudenkmals trotz neuer Nutzungsanforderungen auf eine neue Ebene gehoben und genau dadurch kompromisslos erhalten werden kann.“.

Fotos: © Alexander Gebetsroither ■

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